Frauenheilkunde und Geburtshilfe 

Weiterbildung zum Facharzt Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Informationen zur Weiterbildung zum Facharzt Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Das Gebiet Frauenheilkunde und Geburtshilfe umfasst die Erkennung, Vorbeugung, konservative und operative Behandlung sowie Nachsorge von geschlechtsspezifischen Gesundheitsstörungen der Frau einschließlich plastisch-rekonstruktiver Eingriffe, der gynäkologischen Onkologie, Endokrinologie, Fortpflanzungsmedizin, der Betreuung und Überwachung normaler und gestörter Schwangerschaften, Geburten und Wochenbettverläufe sowie der Prä- und Perinatalmedizin.

Facharzt/Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Frauenarzt/Frauenärztin)

Weiterbildungsziel

Ziel der Weiterbildung im Gebiet Frauenheilkunde  und Geburtshilfe ist die Erlangung der Facharztkompetenz nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte sowie des Weiterbildungskurses.

Weiterbildungszeit

60 Monate bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. 1 Satz 1,
davon können

  • 6 Monate in einem anderen Gebiet angerechnet werden
  • bis zu 12 Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes angerechnet werden
  • bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet/angerechnet werden

80 Stunden Kurs-Weiterbildung gemäß § 4 Abs. 8 in Psychosomatische Grundversorgung

Weiterbildungsinhalt

Erwerb von Kenntnissen, Erfahrungen und Fertigkeiten in:

  • der Gesundheitsberatung einschließlich Stillberatung und den Grundlagen der Ernährungsmedizin, Früherkennung und Vorbeugung
  • der konservativen und operativen Behandlung der weiblichen Geschlechtsorgane einschließlich der Brust, der Erkennung und Behandlung von Komplikationen und der Rehabilitation
  • der (Früh-)Erkennung sowie den Grundlagen der gebietsbezogenen Tumortherapie einschließlich der Indikationsstellung zur gynäkologischen Strahlenbehandlung und der Nachsorge von gynäkologischen Tumorerkrankungen
  • der Betreuung palliativmedizinisch zu versorgender Patienten
  • der Feststellung einer Schwangerschaft, der Mutterschaftsvorsorge, der Erkennung und Behandlung von Schwangerschaftserkrankungen, Risikoschwangerschaften und der Wochenbettbetreuung
  • der Geburtsbetreuung einschließlich Mitwirkung bei Risikogeburten und geburtshilflichen Eingriffen höherer Schwierigkeitsgrade sowie der Versorgung und Betreuung des Neugeborenen einschließlich der Erkennung und Behandlung von Anpassungsstörungen
  • der Diagnostik und Therapie der Harn-  und postpartalen Analinkontinenz einschließlich des Beckenbodentrainings
  • der Indikationsstellung zu plastisch-operativen und rekonstruktiven Eingriffen im Genitalbereich und der Brust
  • der Erkennung und Behandlung des prämenstruellen Syndroms
  • der hormonellen Regulation des weiblichen Zyklus und der ovariellen Fehlfunktionen einschließlich der Erkennung und Basistherapie der weiblichen Sterilität
  • der Familienplanung sowie hormoneller, chemischer, mechanischer und operativer Kontrazeption
  • den Grundlagen hereditärer Krankheitsbilder einschließlich der Indikationsstellung für eine humangenetische Beratung
  • der Beratung bei Schwangerschaftskonflikten sowie der Indikationsstellung zum Schwangerschaftsabbruch unter Berücksichtigung der gesundheitlichen einschließlich psychischen Risiken
  • der gebietsbezogenen Arzneimitteltherapie
  • der Prävention der Osteoporose
  • der Sexualberatung der Frau und des Paares
  • psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen, psychosozialen und psychosexuellen Störungen unter Berücksichtigung der gesellschaftsspezifischen Stellung der Frau und ihrer Partnerschaft
  • der Indikationsstellung, sachgerechten Probengewinnung und -behandlung für Laboruntersuchungen einschließlich den Grundlagen zytodiagnostischer Verfahren sowie Einordnung der Ergebnisse in das jeweilige Krankheitsbild
  • der Erkennung und Behandlung akuter Notfälle einschließlich Gerinnungsstörungen sowie lebensrettender Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen und Wiederbelebung

Definierte Untersuchungs-  und Behandlungsverfahren

  • ante- und intrapartale Cardiotokogramme
  • Leitung von normalen Geburten auch mit Versorgung von Dammschnitten und Geburtsverletzungen
  • Geburtshilfliche Operationen,
    z. B. Sektio, Forceps, Vakuum-Extraktion, Entwicklung aus Beckenendlage
  • Erstversorgung einschließlich Erstuntersuchung des Neugeborenen
  • Lokal- und Regionalanästhesie
  • operative Eingriffe
    –  am äußeren und inneren Genitale und der Brust,
    z. B. Abrasio, Nachkürettage, diagnostische Exstirpation, Hysteroskopie
    –  vaginale und abdominelle Operationen,
    z. B. Hysterektomien einschließlich Deszensus-Operationen, Laparoskopien
  • Kolposkopien
  • Anfertigung von zytologischen Abstrichpräparaten
  • Ultraschalluntersuchungen einschließlich Endosonographie und Dopplersonographie der weiblichen Urogenitalorgane und der Brust sowie der utero-plazento-fetalen Einheit auch im Rahmen der Fehlbildungsdiagnostik
  • Punktions- und Katheterisierungstechniken einschließlich der Gewinnung von Untersuchungsmaterial
  • Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung

     Weitere Informationen 

    Ärztestruktur im Bereich Frauenheilkunde und Geburtshilfe

    In der Frauenheilkunde und Geburtshilfe sind aktuell 17.994 Ärztinnen und Ärzte berufstätig. Diese Anzahl teilt sich in folgende Bereiche:

    • ambulant: 11.370
    • stationär: 5.833
    • Behörden, Körperschaften etc.: 151
    • sonstige Bereiche: 640

    Altersstruktur der Ärztinnen und Ärzte im Bereich der Frauenheilkunde und Geburtshilfe

    Für die stationär arbeitenden Ärztinnen und Ärzte im Bereich der Frauenheilkunde und Geburtshilfe ergibt sich folgendes Bild der Altersstruktur:

    • bis 34: 590 (504)
    • 35-39: 1.232 (1.198)
    • 40-49: 2.003 (2.026)
    • 50-59: 1.478 (1.399)
    • 60-65: 454 (452)
    • über 65: 76 (63)

    Die eingeklammerte Zahl steht für den Wert von 2014.

    Anerkennung der Facharztbezeichnung

    Nach der Weiterbildung und der erfolgreichen Ablegung der Prüfung wird der Status des Facharztes erlangt. In den letzten Jahren erhielten im Gebiet der Frauenheilkunde und Geburtshilfe folgende Anzahl Ihre Facharztanerkennung:

    • 2015: 681
    • 2014: 700
    • 2013: 645
    • 2012: 708

    Stellenangebote Frauenheilkunde und Geburtshilfe

    Stellenangebote in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe tagesaktuell und von namhaften Einrichtungen. Jetzt bewerben und Karriere mit Kliniken.de machen.

     Weiterbildung Ärzte 

    Nachdem das Medizinstudium erfolgreich abgeschlossen wurde, geht es für die meisten Ärzte mit der Weiterbildung zum Facharzt weiter. Bei kliniken.de finden Sie Informationen zur Weiterbildung, die Weiterbildungsordnung und wichtig Adressen und Links der zuständigen Landesärztekammer.

     Gehalt als Arzt 

    Wir haben für Sie die Gehälter der Fachärzte nach Berufsjahren zusammen gestellt. Außerdem finden Sie die Gehälter der Ärzte in Weiterbildung, der Oberärzte und der Chefärzte.

     Bewerbertipps 

    Wir haben für Sie wichitige Bewerbertipps zusammengestellt. Diese Hinweise sollen Ihnen helfen, damit die Bewerbung ein voller Erfolg wird.

     Fachschaften 

    Sie haben den Wunsch Medizin in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zu studieren, dann müssen Sie sich zu beginnen an einer Universität für das Medizinstudium einschreiben. Wir haben für Sie die medizinischen Fakultäten und Fachschaften der Humanmedizin und Zahnmedizin aufgelistet.